Veganer Wein - Die 9 Fakten, die ein Weinliebhaber kennen sollte

Montag, 01. Juli 2019

Veganer Wein - Die 9 Fakten, die ein Weinliebhaber kennen sollte

Veganer Wein im Trend vieler Weinliebhaber

Vegane Lebensführung liegt im Trend. Dies trifft besonders auf die Ernährung zu, wobei vegan nicht nur auf dem Teller gefragt ist. Das haben auch viele herkömmliche Winzer erkannt und verzichten bei der Weinproduktion auf tierische Zusatzstoffe. Veganer Wein unterscheidet sich von konventionellem Wein nicht durch die Trauben, sondern durch die spätere Filtration und Klärung.

Veganer Wein im Unterschied zu konventionell hergestelltem Wein

Bekanntlich wird Wein aus Trauben hergestellt. Dass dabei Begriffe wie veganer Wein und herkömmlicher Wein fallen, verwundert anfangs noch viele Menschen. Bezüglich der Traubensorten und deren Anbau in den Weinbergen gibt es auch noch keine Unterschiede zwischen vegan und konventionell. Dieser kommt erst im Weinkeller zum Tragen, wenn es um die Klärung und Filtration geht. Hinter diesem Prozess steht der Wunsch der Verbraucher nach einem klaren Wein ohne sichtbare Trübstoffe mit einem harmonischen Geschmack. Deshalb greift der Winzer bei konventionellem Wein zu tierischen Hilfsprodukten, die die Stoffe im Wein binden, so dass sie sich auf dem Fassboden absetzen können. Um stattdessen einen veganen Wein herzustellen, dienen als Alternative u. a. Pflanzenproteine, natürliche Mineralerde oder Aktivkohle, die den Wein klar und geschmackvoll machen. Am natürlichsten entwickelt sich veganer Wein, wenn er ganz ohne Hilfsmittel länger reifen kann und sich dabei von selbst klärt.

Wie bei veganem Wein mit Hilfe natürlicher Stoffe auf tierische Produkte verzichtet wird

Konventioneller Wein wird mit verschiedenen tierischen Hilfsprodukten geklärt und filtriert. Hierzu gehört u. a. Kasein (auch Casein geschrieben), ein aus Frischmilch hergestelltes Eiweiß, dass die Trübstoffe am Fassboden ablagert. Nach dem Abschöpfen des klaren Weins ist zwar das Eiweiß nicht mehr vorhanden. Dies macht aber den ursprünglichen Einsatz nicht ungeschehen. Aus Eidotter wird Albumin gewonnen, das den Wein milder macht, indem es den Gerbstoffgehalt verringert. Ähnlich wie Kasein wirken Gelatine, die in der Regel aus Schweineknochen gewonnen wird sowie Hausenblase, die getrocknete Schwimmblase von Fischen. Das Eiweiß-Enzym Lysozym verhindert einen spontanen, fehlerhaften Säureabbau im Wein. Die gleichen Ergebnisse zeigt veganer Wein bei der Klärung und Filtration mit Hilfe verschiedener nichttierischer Stoffe. So bindet aus Erbsen, Bohnen oder Kartoffelstärke gewonnenes pflanzliches Protein die Trübstoffe und macht den Wein klarer. Die gleiche Wirkung hat die natürliche Mineralerde Betonit. Geruchsirritationen, Geschmacksfehler und Verfärbungen verhindert Aktivkohle. Als besonders schonend und qualitätsfördernd wird häufig auf die Sedimentation zurückgegriffen. Bei diesem Verfahren, das allerdings ziemlich zeitintensiv ist, bleibt veganer Wein solange stehen, bis sich die Partikel von selbst abgesetzt haben.

Veganer Wein - Eigenschaften und Kennzeichnung

Inzwischen wird veganer Wein von vielen Top-Winzern hergestellt, ohne dabei die Qualität zu vernachlässigen. Quer durch alle Rebsorten sind sämtliche Geschmacksrichtungen erhältlich, egal, ob es sich um Weiß-, Rot- oder Roséwein handelt. Der Ausbau dauert häufig etwas länger, was aber aktuell nicht mehr als negativ bewertet wird. Und ohne sie zu glätten zeigen die Weine mehr Individualität, Ecken und Kanten. Entsprechend hat veganer Wein eine gestiegene Nachfrage, was sich positiv auf die Angebote auswirkt. Um den Wein als vegan zu erkennen, gibt es noch kein einheit­li­ches euro­päi­sches Zeichen. Stattdessen verwenden einige Winzer beispielsweise Siegel des Vege­ta­rier­bunds Deutsch­land oder der Euro­päi­schen Vegetarier-Union. Dass ein veganer Wein in der Spitze mithalten kann, zeigt, dass bereits zahlreiche Produkte auf großen Weinpräsentationen weltweit erfolgreich abgeschnitten haben.

Die wichtigsten Eigenschaften zu veganem Wein:

  • unverändert gute Qualität
  • quer durch alle Rebsorten
  • sämtliche Geschmacksrichtungen
  • keine tierischen Hilfsstoffe
  • alternative natürliche Hilfsstoffe
  • ideal für Allergiker
  • nicht teurer als konventioneller Wein

Veganer Wein enthält im Gegensatz zu konventionellem Wein keine tierischen Hilfsprodukte. Diese werden überwiegend durch pflanzliches Protein und weitere nichttierische Stoffe ersetzt. Ein Unterschied ist weder im Geschmack (ein interessanter Artikel zum Thema: Typischer Geschmack von Rebsorten) noch im Aussehen festzustellen. Auch ist veganer Wein nicht teurer als konventioneller Wein. Menschen, die auf tierische Zusatzstoffe allergisch reagieren, müssen nicht mehr auf ihr Glas Wein am Abend verzichten.

Fotocredits: Louis Hansel (Unsplash)